Manche Projekte baut man für Kunden, manche für den Lebenslauf — und manche, weil man etwas loswerden will. fuck-your-religion.de ist Letzteres: ein religionskritischer Statement-Onepager unter dem Motto „Denk selbst. Oder lass es.“
Worum es geht — und worum nicht
Die Seite kritisiert organisierte Religion als Kontrollinstrument: Angst, Dogma, unverdiente Schuld. Sie sagt dabei ausdrücklich, worum es nicht geht — den persönlichen Glauben des Einzelnen. Jeder darf glauben, was er will. Die Seite nimmt sich nur das Recht heraus, organisierte Strukturen scharf zu kommentieren. Inhaltlich gibt es ein Manifesto, eine Fakten-Sektion, ein Quiz und die „Wall of Rage“.
Design: Die Botschaft IST das Layout
Gestalterisch war das mein reduziertestes Projekt: Schwarz, Weiß, ein aggressives Rot. Riesige, sich überlagernde Glitch-Typografie als Hero — kein Bild, kein Video, nur Schrift mit Haltung. Dazu Terminal-Humor („religion.exe hat aufgehört zu funktionieren … Dogma.dll wurde erfolgreich gelöscht“) und ein Marquee-Band wie ein Nachrichtenticker. Provokation funktioniert nur mit Präzision: Ein Pixel zu verspielt, und aus einem Statement wird Krawall.
Technik: Maximale Wirkung pro Kilobyte
Nach OtakuPulse mit Postgres, CMS und Import-Pipelines war das hier bewusst das Gegenprogramm: eine einzige handgeschriebene HTML-Datei, ein Stylesheet, ein einziges Skript. Kein Framework, kein Build-Schritt, kein CMS. Die komplette Seite wiegt weniger als ein einzelnes Hero-Bild auf einer durchschnittlichen Landingpage — und lädt entsprechend sofort.
Was ich daraus mitnehme
- Weglassen ist schwerer als Hinzufügen — und wirkt stärker
- Typografie kann ein komplettes Artdirection-Konzept tragen
- Eine klare Haltung polarisiert — und genau das ist bei einer Statement-Seite der Job
Muss man die Seite mögen? Nein. Aber sie zeigt eine Facette, die in Kundenprojekten selten Platz hat: Design, das eine Meinung hat.